Ein Abenteuer für gute Nerven
Das Motto
Als Velofahrer ist man sich zwar einiges gewohnt, aber also das..
Vorab
Nach einer gemütlichen, erholsamen Woche Tandemfahren in Holland trudelten wir über die Grenze nach Deutschland.
Bahnland Deutschland! Dort wo auch Exoten wie Velofahrer mitfahren dürfen. Dort wo (noch) nicht alle kleinen Bahnhöfe aufgelöst sind.
Die Reservation
Voller Vorfreude auf eine gemütliche Heimreise im IC, wenn möglich ohne Umsteigen, begaben wir uns in Grossenkneten Downtown auf den Bahnhof. Unser Plan war einfach und logisch: In etwa einer Woche wollten wir von einer Station irgenwo in der Nähe mit irgendeinem Schnellzug die Reise antreten. Wir waren flexibel. Morgen, Abend, Nacht, genaue Linie und Tag egal.
Das freundliche Personal am kleinen Bahnhof suchte darauf in seinem Computer für uns eine Verbindung. Die ersten Misserfolge stellten sich nach kurzer Zeit ein: Nein, auf diesem Zug gibt es keine Plätze mehr.
Kein Problem, denkst du nun, lieber Leser, nehmen wir eben einen anderen Zug. Wir sind ja relativ beweglich, haben noch eine Woche Zeit, es gibt viele Züge..
Nach einer geschlagenen Stunde war immer noch keine Möglichkeit in Sicht, die Hoffnung sank. Zwischendurch verpflegten wir uns vor dem Bahnhof, während drinnen weiter gesucht wurde. Für uns wurde extra ein Spezialschalter geöffnet (das Seitenfenster Richtung Perron), damit wir nicht in der "Schalterhalle" warten mussten.
Schliesslich brachte ein Telefon nach Frankfurt an das Zentralkommando der DB Gewissheit: In der Ferienzeit einen Fahrradplatz buchen für eine so lange Strecke? Keine Chance. Weil eben die DB keine Gepäckwagen (mehr) hat, sondern nur sehr beschränkte Kapazitäten für Velos. Man würde die Herren in ihren Büros gerne fragen, warum sie auf die enorme Nachfrage im Sommer nicht reagieren..
Na bravo. Und nun?
Das freundliche Personal klärte uns im Folgenden geduldig über die Tarifstruktur der DB auf. Wobei man eher von riesengrossem Chaos reden muss.
Es gibt:
- Normaltarif (Ähnlich wie bei uns, je weiter desto teurer)
- Spezialtarife in speziellen Zügen (kontingetiert, fest zu buchen)
- Rabatte bei Besitz der Bahncard 25% oder 50%
- Weekendticket (Bis zu 5 Personen fahren am Wochenende in ganz D im REGIONALVERKEHR für wenige Euro)
- Ländertickets (analog Weekendticket, aber unter der Woche nur in den einzelnen Ländern)
- u.s.w.
Das Ganze wird dadurch verschlimmert, dass auf vielen Zügen Zuschläge fällig werden, wohingegen auf vielen Regionalzügen keine Fahrradkarte benötigt wird. Wiederum kostet eine solche normal etwa 3 Euro, auf dem Fernverkehr 6 oder 8, wer weiss das schon genau?
Im Fernverkehr muss man praktisch reservieren, wohingegen ebensolches im Regionalverkehr unmöglich ist. AUSSER manchmal. Zum Beispiel in Niedersachsen braucht man auf den Linien der Lokalbahn eine Reservation, um sicher zu sein. Die wiederum bekommt man bei einer Telefonnummer und nicht am Schalter. (Das liebenswürdige Personal telefoniert aber für verlorene Auslandtouristen.)
Weil uns das alles über den Kopf zu wachsen droht, fällen wir
Die Entscheidung
Facts:
- Wir wollen entgegen der Empfehlung des Schalterbeamten unser Tandem nicht stehen lassen. ("Es wäre sicher das günstigste, das Tandem zu verkaufen.")
- No go im Fernferkehr
- Am Wochenende ist "dank" Weekendticket halb Deutschland mit Kinderwagen, Velo, Hund und Huhn unterwegs.
- Regionalverkehr zum normalen Preis nur vielleicht möglich (Weil endlose 13 Std mit 5x Umsteigen und kurzen Umsteigzeiten und 0 Garantie, dass wir mitkommen)
Wenn wir also sowieso nur Regionalzüge nehmen können, wollen wir wenigstens billig reisen und entscheiden uns für eine 2-3tägige Kombination von Ländertickets.
Wir sind nicht die einzigen, wie wir merken werden.
Tag 1
Damit wir Zeitreserven haben, falls auf irgend einer Strecke irgenwo auf unserem Weg das Mitführen eines Tandems nicht möglich ist, beschliessen wir, schon am nächsten Tag den Heimweg anzutreten.
Wenn's denn sein müsste, könnten wir immer noch ein paar hundert Kilometer selber fahren oder uns nach Alternativen umschauen.
Also ein Niedersachsenticket gekauft für 22 Euro und eine Fahrradkarte für 3 Euro. (Am Schalter mit 2 Euro Aufschlag!)
Morgens um halb neun stehen wir am Bahnhof uns sind sehr positiv überrascht: Praktisch bodeneben können wir das Tandem mitsamt dem ganzen Gepäck einladen. Der Zug ist schwach besetzt, der Platz für Velos grosszügig bemessen.
Mit zweimal Umsteigen erreichen wir nach etwa fünf Stunden Fahrzeit und vielen vielen Stopps die südliche Grenze Niedersachsens. Dank dem Tip am Schalter in Grossenkneten entscheiden wir uns für eine Übernachtung in Hannoverschmünden. Wir wären eh nicht viel weiter gekommen, denn Ländertickets kann man nur im Land selber kaufen. Man müsste also eine normale Fahrkarte für die Strecke vom letzten Bahnhof im alten Bundesland zum ersten im neuen Bundesland kaufen, dort aussteigen, ein Länderticket fürs neue Land kaufen und wieder einsteigen. (Wobei das Lösen eines Streckentickets im Regionalverkehr nach unserer Erfahrung oft nur unmittelbar am Abfahrtsbahnhof möglich ist. Also müsste man vielleicht zweimal aussteigen oder eine längere Strecke bezahlen. Das haben wir aber erst am Tag 2 herausgefunden.)
Hann. Münden
Der Tipp war gut, sehr gut sogar! Eine wunderschöne Kleinstatt (siehe Fotos), fast komplett erhalten mit romantisch schiefen Fachwerkhäusern. Wir bummeln herum, geniessen einige Biere und ein Nachtessen in der Beiz.
Weniger zu empfehlen ist der Zeltplatz: Relativ teuer, stinkende WC's, viel Strassenlärm und Obdachlose, die nachts ganz offenbar die sanitären Einrichtungen nutzen.
Tag 2, Teil 1
Zuerst überqueren wir auf einem gemütlichen Veloweg entlang der Lahr die Grenze nach Hessen und erreichen Kassel. Zum Glück finden wir schnell den Bahnhof, was mit einer 1:300'000-Karte keine Selbstverständichkeit ist.
In 20 Minuten fährt unser Zug, wir brauchen nur noch ein "Hessenticket" und eine Fahhradkarte. Weil der Schalter eine lange Schlange hat, versuchen wir unser Glück am Automaten. Kann ja nicht so schwer sein, haben wir in der Schweiz schon hundertmal gemacht, so einen Automaten am Bahnhof bedienen.
Doch auf dem Bildschirm finden wir einfach keine Ländertickets. Gibt es sie nicht in Hessen? Sind wir zu doof?
In letzter Hoffnung fragen wir 3 Bahnangestellte, die im Kaffee in der Schalterhalle Pause machen. Die Auskunft ist so logisch wie einfach: "Der rote Automat (an dem wir waren) ist für den Fernverkehr, das Länderticket gibts am Blauen für den Regionalverkehr".
In 25 Sekunden haben wir das Länderticket gelöst. Jetzt nur noch schnell ein Velobillet und wir sind weg. Doch halt, warum geht es denn nicht? Wir haben doch schon dreimal den Knopf gedrückt. Aha, wir müssen zuerst sagen wohin wir fahren. Tun wir, tun wir. Moment. Auf einer ewig langen Liste der umliegenden Dörfer einen Bahnhof heraussuchen und die dabeistehende Nummer eintippen. Weil unser Ziel weit jenseits der Vorschläge liegt, geben wir nacheinander alle möglichen Orte ein. Doch bei jeder Station, deren Zahlencode wir eintippen, antwortet der Automat: "Für diese Strecke brauchen Sie keine Fahrradkarte." Darf man fragen, warum man dann überhaupt einen Knopf für's Fahrrad eingebaut hat?!
Es kommen uns die netten Herren aus dem Kaffee zu Hilfe, unsere Notlage fachmännisch erkennend. Sie drücken auf dem Automaten herum und einer meint: "Ich kann euch nicht helfen, doch gleich kommt der Willi, der weiss alles!"
Willi kommt und drei Angestellte der deutschen Bahn versuchen 10 Minuten lang, für uns eine Fahrradkarte zu lösen. Es will nicht gelingen.
Da der Zug nun in 9 Minuten fährt, schickt uns der Willi mit der Anweisung auf den Zug, beim Schaffner eine Karte zu lösen.
Wieder klappt das Einsteigen super. Bodeneben rollen wir mit der ganzen Maschine ein, binden das Gefährt an und setzen uns in eines der vielen freien Abteile. Der Schaffner kommt, wir fragen nach dem Fahrschein für das Tandem und wieder ist die Antwort einfach und klar: "Auf diesem Zug brauchen Sie keine Fahrradkarte. Ist Nahverkehr." Aha, denken wir, in Hessen also kein Velobillet.
Entspannt und guten Mutes, weil ja alles so schön klappt, treffen wir in Frankfurt Hbf ein. Ich war noch nie dort, als nicht gebaut wurde, und so übertönt auch diesmal der Lärm die Ansagen. Wir finden problemlos unser Perron, die Tafel mit den Ortschaften stimmt und wir kaufen sogar "problemlos" ein Ticket bis nach Heidelberg, welches im nächsten Land liegt.
Eigentlich wäre das ganz billig, denn Heidelberg liegt gerade an der Grenze, doch der Herr am Schalter kann uns kein Ticket geben von der letzten Station in Hessen, deren Namen lustig mit "Hähnlein" beginnt, weil das "Regionalverkehr" ist und wir "das Ticket vor Ort lösen müssen". Ah, so! Dafür kann er uns eine weitere Strecke verkaufen auch aus der Ferne, warum bleibt unklar und es kostet etwas mehr. Aber egal, die 14 Euro schmerzen uns nicht. Wir sind einfach nur glücklich, dass er uns von irgendwo ein Ticket nach Heidelberg verkaufen konnte und uns das Ausladen der Gepäcks in irgend einem Dorf inklusive Warten auf den nächsten Zug erspart hat.
Als dann aber plötzlich alle Leute das Perron zu verlassen beginnen, werden wir stutzig. Stimmt etwa etwas nicht? Dochdoch, der Zug fährt genau in unsere Richtung. Beim 21x Lesen der Anzeige fällt uns auf, dass "Beg. in Darmstadt" keine Ortsbezeichnung ist wie "Hann. Münden", sondern - logisch auch hier die Bestätigung der Auskunftsperson - "Beginn in Darmstadt" heisst.
"Ja, was?! Der Zug fährt nicht von hier?" "Nein, heute erst ab Darmstadt." "Und warum?" "Er fährt heute erst ab Darmstadt, steht ja." "Und jetzt?" "S-Bahn!" "Wo ist die?" "Im Untergeschoss, Rolltreppe dort."
Weil lieber nicht Rolltreppe mit 100kg-Tandem und 2 Millionen Mitpassagieren, fragen wir am Schalter, ob denn der Zug in einer Stunde hier anfängt. Die Antwort ist erstaunlich erfreulich. Die DB hat beschlossen, den IC nach Heidelberg in 20 Minuten "freizugeben" für alle Passagiere des Regionalverkehrs mit ihren lustigen "Billigtickets". Und für Fahrräder!
Farräder? Die Metaldinger mit 2 Rädern? Unser Wundern ist gross. Zuerst sind alle IC restlos, wochenlang und definitiv ausgebucht und niemand soll auch nur auf die Idee kommen ohne Reservation einzusteigen. Und nun ist der Zug hier einfach freigegeben. Ob das klappt?
Natürlich klappt's. Der Platz ist ein wenig eng, doch man arrangiert sich. Dabei kommt uns der böse Verdacht, dass wir mit ein wenig Frechheit und aufs Geratewohl vermutlich doch in einem Stück mit dem IC heim gefahren wären.
Aber eben, vielleicht wären wir an einen weniger freundlichen Schaffner geraten (die gibt's) und stünden noch heute irgendwo auf einem Bahnsteig irgendwo im tiefen mittleren Westen Deutschlands.
Kurz vor Heidelberg suchen uns im IC zwei Kontrolleusen heim. Das Hessenticket ist kein Problem, sie haben von der Freigabe ihres Zuges erfahren. Dafür wollen sie unsere Fahrradkarte sehen. Wir erklären, dass wie morgens mehrfach versucht hätten, eine solche zu kaufen, doch sie glauben uns nicht wirklich. Auf der anderen Seite verkaufen sie uns nicht auf der Stelle ein Ticket, weil sie nicht sicher sind, ob es 6 oder 8 Euro zu kosten hat. Denn einerseits sind wir in einem Fernverkehrszug, andererseits brauchen wir in unserer Gestalt als Nahverkehrspassagiere eventuell nur ein Nahverkehrsvelobillet. Wer weiss das schon. Wir jedenfalls nicht. Wir merken einfach an, dass ein solches wenn schon bis jetzt immer 3 und nicht 6 Euro gekostet hätte.
Sie überlegen hin und her, erwägen sogar den Chef anzurufen. Diesen Gedanken verwerfen sie aber schnell wieder. Offenbar geben nicht alle Angestellten gegenüber dem Vorgesetzten gerne zu, dass sie keinen Überblick haben. Aber wie können sie auch? Sie sind im Fernverkehr angestellt, eine ganz andere Welt.
Jedenfalls schreiben sie es sich auf! Also so etwas haben sie noch nie erlebt. Sie dampfen ab und das Problem löst sich mit der Zeit. Wir treffen nämlich in Heidelberg ein. Wir steigen aus und niemand eilt uns hinterher, um uns nachträglich eine Fahrradkarte zu verkaufen.
Heidelberg soll angeblich eine schöne Stadt sein. Da wollen wir nochmal übernachten, als Abschluss der Ferien gediegen mit Hotel und so. doch leider hat es viel zu viele Touristen. Sie stehen im Weg herum, gaffen einen an, als ob man im Zoo wär, betatschen das Tandem und fotografieren uns ungefragt. Hier wollen wir nicht bleiben.
Tag 2, Teil 2
Dazu kommt, dass vom Gemütlichkeitsfaktor her Heidelberg leider gegen Hann. Münden keinen Stich hat und die Gaststätten wegen der Millionen Touristen in der Preisgestaltung etwas ins Fantasieren geraten sind. Darum konsultieren wir unseren Fahrplan und sehen: Nur noch 4 Stunden Fahrt und wir sind am Ziel. Weil erst Nachmittag ist, schaffen wir das problemlos vor Betriebsschluss.
Und dann, ja dann sind wir wieder zuhause, wo es am schönsten ist, weil wir uns auskennen und nicht mal eine Karte brauchen. Da können wir auch um Mitternacht ankommen.
Wir rüsten uns mit genug Picknick aus für die letzte Etappe von "1000 Bahnhöfe und wir haben an allen angehalten" und begeben uns zurück an den Bahnhof. Wieder hat es verschiedene Automaten, wieder hat der Schalter viel zu viele Kunden. Hier kann man an allen Automaten Ländertickets kaufen, doch die meisten haben nur Schlitze für Kredit- und andere Karten. Und unsere ausländischen Karten nehmen sie nicht. Bestimmt gibt es wieder eine kurze und nicht weniger logische Antwort, doch es ist niemand da, den wir fragen könnten.
Wir müssen lange suchen, bis wir endlich einen finden, der Geld akzeptiert.
Es gelingt uns bereits am zweiten Geldautomaten, ein Länderticket zu erhalten. (Der Erste akzepierte unsere 5 Euro-Scheine nicht..)
Bei der Fahrradkarte geben wir uns nicht so viel Mühe, denn auch hier will er zuerst wissen, wohin wir fahren und weigert sich dann, ein Ticket zu drucken. Was soll's, ist uns eh langsam alles egal, Hauptsache wir kommen nach Hause. Dem Schaffner werden wir dann - wenn er Zeit und Lust hat - unsere ganze Geschichte erzählen, und wenn er kein Menschenfresser ist, wird er uns sicher weiterhelfen. Man wird irgendwie ruhiger mit der Zeit. Ob wir schon ein ganz klein wenig "afrikatauglich" sind?
Ein anderer Reisender mit selbem Ziel, dessen Aventüre offensichtlich soeben erst begonnen hat, findet diese Gedankengänge verwerflich und stellt sich brav am Schalter an. Wir haben ihn nie wieder gesehen. Wo er wohl gerade ansteht?
Der Zug ist voller Pendler, die von der Arbeit kommen. Es hat viele Räder, wir müssen stehen. Erleichtert stellen wir fest, dass immer mehr Leute aussteigen. Die Pendlerzeit ist überstanden, also nur noch gemütlich zweimal umsteigen und schon sind wir da.
Doch zu früh gefreut. Der nächste Zug ist so voller Velos, dass wir uns einen kurzen Moment fragen, wie wir unser Tandem da noch reinbekommen. Weil wir aber nur 10 Minuten Zeit haben zum Umsteigen und bereits zweimal Liftfahren in engen Verhältnissen und einige Mitmenschen ohne Hilfsbereitschaft und viel Besserwissen hinter uns haben, quetschen wir uns einfach rein. Es stellt sich heraus, dass eine Reisgruppe älterer Herren die meisten Räder im Abteil besitzt und vor uns aussteigen muss. Eventuell sind unsere Nerven schon etwas verbraucht, eventuell benehmen sie sich einfach besonders klugscheisserisch und superwitzig. Jedenfalls haben wir langsam aber sicher die Nase voll und sind froh, als sie endlich aussteigen und Platz machen.
Unser letzter Zug ist dann wieder fast ganz leer. Gemütlich rumpeln wir von einem Statiönchen zum nächsten. Die Abstände zwischen den Schlücken aus der Whiskey-Flasche werden kürzer, die Landschaft bekannter. Schon sehen wir die ersten Flugzeuge im Anflug. Jedesmal ein sicheres Zeichen, dass wir bald da sind.
Und dannn, kurz vor Sonnenuntergang, Basel Bad. Bhf!
BOSL, WIR SIND WIEDER DA!
Fazit
Wir trafen viele Schicksalsgenossen, die ebenfalls mit viel Humor und Geduld den Zuständen trotzten. Dazu die vielen hilfsbereiten Mitarbeiter der Bahn, die für die strategischen "Meisterleistungen" ihrer dick abkassierenden Chefs ja wohl auch nichts können. Sie haben uns mit viel Geduld geholfen, obwohl es für sie gewiss mühsam ist, die selben Details den ganzen Tag ihren Kunden zu erklären.
Unangenehme Menschen haben wir auch getroffen, es geht wohl nicht anders. Solche, die besserwisserische Sprüche klopften ("Das wird aber eng im Lift") anstatt zu helfen. Jene, die meinten zu allem "lustige" Kommentare abgeben zu müssen. ("Oh, jetzt ist aber alles schön auf dem Boden verteilt, wo der Sack gekippt ist") Und dann die Gattung der ganz traurigen, denen ihre Uniform ausgezogen gehört. ("Unterschrift, hier! Und das nächste Mal bitte vor Antritt der Fahrt!")
Irgenwie war es ein lustiges Abenteuer. Irgenwie war es aber auch mühsam, unmöglich daneben und langweilig.
Wir haben stundenlange gewartet darauf, im Eiltempo alles Gepäck aus einem Zug herauszureissen, in unzulängliche Lifte zu stopfen oder über Treppen zu wuchten.
Dazu die ständige Unsicherheit, ob und wie es weitergeht. Und gleichzeitig eine steigende stille Heiterkeit, dass die Sonne trotzdem scheint.
Vielleicht wäre die Welt sogar friedlicher, wenn der eigene Wille mehr hinter den äusseren Umständen zurückstehen müsste.